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09. August 2016

IW Köln: Regionales Preisniveau beeinflusst Einkommensarmut in Deutschland maßgeblich


Stuttgart - Welche Regionen in Deutschland gelten als arm? Bei Betrachtung der reinen Verdienste sind die ostdeutschen Bundesländer stärker von Einkommensarmut betroffen.

Kategorie: Rund um Zeitarbeit
Erstellt von: guilliard

Würden jedoch regionale Preisunterschiede berücksichtigt, rückten deutsche Großstädte vermehrt in den Fokus. Somit hat der Wohnort einen „starken Einfluss auf die regionale Armutsgefährdung“. Zu diesem Ergebnis kommt das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW Köln) in einer aktuellen Studie.

Wer über ein Haushaltsnettoeinkommen von weniger als 60 Prozent des deutschlandweiten Mittelwerts verfügt, gilt hierzulande als arm. Allerdings wird in diese Berechnung nicht das unterschiedliche Preisniveau zwischen den Regionen in Deutschland einbezogen. Das IW Köln hat daher statt der Einkommensarmut die Kaufkraftarmut in den verschiedenen Regionen genauer betrachtet. „Somit ist ein Single in München noch bis zu einem Einkommen von 1.106 Euro kaufkraftarm, während ein Alleinstehender in Tirschenreuth bereits bei einem Monatseinkommen von 818 Euro nicht mehr zu den Kaufkraftarmen zählt“, erläutern die IW-Forscher. Deutlich wird dies im Ost-West-Vergleich: Da im Osten Deutschlands die Lebenshaltungskosten geringer als in Westdeutschland sind, „sinkt die Quote von 19,9 auf 17,6 Prozent, während sich die westdeutsche Kaufkraftarmutsquote mit 14,8 Prozent gegenüber der Einkommensarmut (14,4 Prozent) leicht erhöht“, heißt es bei dem Institut. Unterschiede zeigen sich gleichzeitig zwischen Städten und ländlichen Regionen. Die Einkommensarmut in den Städten liegt demnach im Schnitt 4,7 Prozentpunkte höher als in Regionen auf dem Land. Bei der durch das unterschiedliche Preisniveau verursachten Armut ist die Differenz beim Stadt-Land-Vergleich mit 7,9 Prozentpunkten sogar noch höher als im Ost-West-Vergleich. In den Städten liegt die Kaufkraftarmutsquote dem IW zufolge bei „annähernd 22 Prozent“, was dem im Schnitt um sieben Prozent höheren Preisniveau im Vergleich zu den Regionen geschuldet ist.

Bekämpfen ließe sich die Einkommensarmut laut IW Köln durch eine „verbesserte Integration und durch einen Ausbau der qualifizierten Ganztagsbetreuung“, da hauptsächlich Alleinerziehende, Personen mit Migrationshintergrund und Arbeitslose von Armut gefährdet seien. So gehörten etwa zwei Drittel der Bevölkerung in den Großstädten zu den Personengruppen mit erhöhtem Armutsrisiko während deren Zahl sich in den ländlichen Gebieten nahezu halbiert. „Betrachtet man ausschließlich die Bevölkerung ohne erhöhte Armutsrisiken, liegen Stadt und Land eng beisammen: Ihre Kaufkraftarmutsquote liegt bei 5,5 Prozent im ländlichen Raum und bei 5,7 Prozent in den Städten“, schreiben die IW-Forscher weiter.

Quelle: www.personaldienstleister.de

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